Nachrüsten von Elektroantrieben: Haftung liegt klar beim Fachhändler

Nicht nur komplette E-Bikes sind momentan angesagt, auch Nachrüstlösungen sprießen wie Pilze aus dem Boden und bekleiden ein gewisses Segment. Technisch und auch optisch sind einige Modelle wirklich gelungen und überzeugen mit Ausgereiftheit des Produkts. Auch im Bereich der technischen Dokumentation (CE-Konformität) haben einige Hersteller vorbildliche Arbeit geleistet.

Das sollte aber den Fachhändler, der die Umrüstung eines Fahrrads zum E-Bike unternimmt, nicht darüber täuschen, dass er nicht legal handelt. Er bringt eine Maschine ohne CE-Konformität in den öffentlichen Straßenverkehr. Dagegen kann man sich auch nicht wirksam versichern, wie mancher in Aussicht stellt.

Der Umstand ist nämlich der, dass die CE-Konfomität des E-Antriebs nicht einfach auf das nachrüstete Fahrrad „überspringt“. Um eine CE-Konfomität einer Maschine zu erreichen, bedarf es vieler technischer und dokumentarischer Schritte, wie z.B. einer Gefahrenbeurteilung und Auflistung aller in der Maschine verbauten Bauteile. Allein hierzu ist der Fachhändler weder zeitlich noch technisch in der Lage. Er kann z.B. den Rahmen und die Gabel nicht auf Laufleistung oder Vorschädigung plausibel prüfen – allein daran scheitert dann schon die CE-Konformität.

Kommt es bei dem nachgerüsteten Fahrzeug dann zu einem Unfall oder Bauteilversagen, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass der Händler allein und aus privaten Mitteln haften muss. Eine Betriebshaftpflichtversicherung deckt keine Fälle von grober Fahrlässigkeit ab, die hier wohl anzunehmen wäre.

Fazit: So schön die Idee auch ist, aus Fahrrädern E-Bikes zu machen, so ist doch aus Gründen der Haftung das Risiko für den Fachhändler als deutlich zu hoch einzuschätzen.

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